Die Baustellensicherheitszone festlegen, einrichten und überwachen

Baustellensicherheitszone

Eine Baustellensicherheitszone hält die Öffentlichkeit in sicherem Abstand zu Bau- und Abrissarbeiten. Die Breite der Zone hängt primär von der Höhe des Bauwerks bzw. der Hubhöhe ab. Auch die Art der Arbeiten, die Baustelleneinrichtung und vorhandene Objekte können den erforderlichen Abstand beeinflussen.

Zusätzlich zu einer physischen Barriere kann mobile Videoüberwachung eingesetzt werden, um Zäune, Eingänge und andere Schwachstellen auf der Baustelle zu überwachen. Die Videoüberwachung ersetzt zwar nicht den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand, trägt aber dazu bei, unbefugtes Betreten schneller zu erkennen.

Zusammenfassend

  • Die Baustellensicherheitszone schützt die Öffentlichkeit vor herabfallenden Kleinteilen bis zu 5 Kilogramm.
  • Die Standardbreite wird anhand der Tabelle aus den nationalen Richtlinien für Bau- und Abbruchsicherheit ermittelt.
  • Für Hebearbeiten mit schwereren Bauteilen gelten ebenfalls eine Hebezone und ein Hebebereich.
  • Die Bauzone muss während der Arbeiten physisch abgetrennt und bei Änderungen der Bausituation angepasst werden.

Was ist eine Baustellensicherheitszone?

Die Baustellensicherheitszone ist der Bereich um eine Bau- oder Abrissbaustelle, in dem sich die Öffentlichkeit nicht aufhalten darf. Die Zone folgt dem Verlauf des Bauwerks und schützt die unmittelbare Umgebung vor herabfallenden Kleinteilen wie Werkzeugen, Baumaterialien und Maschinenteilen. Gemäß der aktuellen nationalen Richtlinie für Bau- und Abrisssicherheit betrifft dies Gegenstände mit einem Gewicht von bis zu 5 Kilogramm.

Die Baustellensicherheitszone liegt innerhalb der physischen Abgrenzung der Baustelle. Die Baustellengrenze muss daher ausreichend weit vom Bauwerk entfernt sein, um die erforderliche Zone vollständig zu umfassen. Während der gesamten Bauzeit muss dieser Abstand jederzeit eingehalten werden, und der Bereich darf für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sein.

Die unmittelbare Umgebung kann über den berechneten Sicherheitsabstand hinausgehen. Beispielsweise können sich eine Schule, ein Geschäft, ein Wohnhaus oder eine Verkehrsroute außerhalb der Baustellensicherheitszone befinden, aber dennoch durch den Baustellenverkehr oder die Bauarbeiten beeinträchtigt werden. Diese Risiken müssen ebenfalls bewertet werden.

Bestimmen Sie die Baustellensicherheitszone

Die Standardbreite einer Baustellensicherheitszone lässt sich nicht mit einer einzigen festen Formel berechnen. Die nationale Richtlinie für Bau- und Abbruchsicherheit verknüpft die Höhe des Bauwerks bzw. die Hebehöhe mit einem Mindestabstand.

Das Verfahren besteht aus drei Schritten:

  1. Ermitteln Sie die maximale Höhe des Bauwerks für jedes Bauteil.
  2. Bei Hebevorgängen ist außerdem die maximale Höhe zu bestimmen, bis zu der Lasten gehoben werden.
  3. Die entsprechende Entfernung finden Sie in der offiziellen Tabelle.

Liegt die Höhe zwischen zwei Werten in der Tabelle, ist der Abstand aus der nächsthöheren Zeile zu verwenden. Daher gilt für ein 18 Meter hohes Bauwerk nicht der Wert von 3,5 Metern, sondern der Sicherheitsabstand von 4 Metern, der einer Höhe von 20 Metern entspricht.

Tabelle für die Baustellensicherheitszone

Bau- oder HebehöheBaustellensicherheitszoneBau- oder HebehöheBaustellensicherheitszone
3 m1,5 m140 m16 m
6 m2 m150 m17 m
9 m2,5 m160 m19 m
12 m3 m170 m20 m
15 m3,5 m180 m21 m
20 m4 m190 m22 m
30 m5 m200 m23 m
40 m6 m210 m24 m
50 m7 m220 m25 m
60 m8 m230 m26 m
70 m9 m240 m27 m
80 m10 m250 m28 m
90 m11 m260 m30 m
100 m12 m270 m31 m
110 m13 m280 m32 m
120 m14 m290 m33 m
130 m15 m300 m34 m

Die Tabelle dient als Ausgangspunkt. Der tatsächliche Sicherheitsabstand auf der Baustelle kann sich aufgrund der gewählten Baumethode, Hebevorgängen, vorhandenen Hindernissen oder anderer projektspezifischer Gegebenheiten vergrößern. Die Richtlinie weist außerdem darauf hin, dass die Abstände in den Niederlanden bis zu einer Höhe von 150 Metern getestet wurden und dass darüber hinaus noch Erfahrungen gesammelt werden müssen.

Der Unterschied zwischen Baustellensicherheitszone, Hebezone und Hebebereich

Die Baustellensicherheitszone ist nicht dasselbe wie eine Hebezone. Die drei Konzepte haben jeweils ihre eigene Funktion.

  • Die Baustellensicherheitszone schützt die Öffentlichkeit vor herabfallenden Kleinteilen bis zu 5 Kilogramm.
  • Die Hebezone ist der Bereich, über dem Lasten gehoben werden. Ihre Oberfläche entspricht mindestens der Oberfläche des zu hebenden Objekts.
  • Der Hebebereich besteht aus der Hebezone mit einem zusätzlichen umgebenden Abstand, der mit der Hebehöhe zusammenhängt.

Bei der Festlegung des Hebebereichs muss die Drehung der Last, beispielsweise durch Wind, berücksichtigt werden. Maßgeblich ist die größte Abmessung des zu hebenden Objekts. Im Hebebereich dürfen sich keine Personen aufhalten.

Der Hebebereich muss sich vollständig innerhalb der baulichen Abgrenzung der Baustelle befinden. Das Heben von Lasten über eine öffentliche Straße oder ein angrenzendes bewohntes Gebäude ist gemäß den Richtlinien nicht zulässig. Reicht der Platz hierfür nicht aus, muss die Bauweise angepasst oder der zuständigen Behörde eine gleichwertige Lösung vorgelegt werden.

Welche Regeln gelten gemäß Bbl?

Wer heutzutage im Baugesetzbuch nach der Baustellensicherheitszone sucht, landet im Bau- und Wohnumweltgesetzbuch, üblicherweise als Bbl abgekürzt. Seit Einführung des Umwelt- und Planungsgesetzes enthält das Bbl die nationalen Sicherheitsvorschriften für Bau- und Abrissarbeiten.

Artikel 7.15 des Bbl verpflichtet jeden, der baut oder gebaut hat, Maßnahmen gegen Folgendes zu ergreifen:

  • Verletzung von Personen in unmittelbarer Nähe;
  • unbefugten Zutritt zur Baustelle;
  • Gefahr für umliegende Gebäude und Grundstücke;
  • unzureichender Sicherheitsabstand um das Bauwerk herum.

Zur Bestimmung dieses Sicherheitsabstands verweist das Bbl auf Absatz 6.2 der nationalen Richtlinie für Bau- und Abbruchsicherheit. Die Baustellensicherheitszone, die Hebezone und der Hebebereich bilden zusammen den erforderlichen Sicherheitsabstand.

Für Bau- und Abbrucharbeiten muss außerdem eine Risikomatrix erstellt werden. Ergibt diese Matrix 12 Punkte oder mehr, sind ein Baustellensicherheitsplan und ein Sicherheitskoordinator für den unmittelbaren Bereich obligatorisch.

Tragen Sie die Baustellensicherheitszone in die Zeichnung ein.

Die Baustellensicherheitszone muss vor Baubeginn im Lageplan genau gekennzeichnet werden. Geben Sie in diesem Plan die Höhe und den entsprechenden Abstand jedes Bauelements an. Dadurch wird deutlich, ob sich die Zone über einen Gehweg, Radweg, eine Straße, ein angrenzendes Grundstück oder ein Gebäude erstreckt.

Ein Baustellensicherheitsplan kann auch Zeichnungen von Folgendem enthalten:

  • die Abgrenzung und Einfriedung der Baustelle;
  • die umliegenden Straßen und Gebäude;
  • Versorgungs- und Abfuhrwege;
  • Lade-, Entlade- und Hebezonen;
  • Baustellenbüros, Maschinen- und Lagerbereiche;
  • leicht zugängliche Feuerlösch- und Sicherheitseinrichtungen.

Wenn der Sicherheitsabstand durch öffentlichen Raum verläuft, können zusätzliche Vereinbarungen mit der Gemeinde, der Straßenbaubehörde oder dem Verkehrsunternehmen erforderlich sein. Dies kann die vorübergehende Sperrung oder Verlegung eines Gehwegs, Radwegs, einer Straße oder einer Linie des öffentlichen Nahverkehrs zur Folge haben.

Anpassungen während des Bauprojekts

Die Baustellensicherheitszone bleibt nicht automatisch während des gesamten Projekts gleich. Wird das Bauwerk in mehreren Bauabschnitten errichtet, muss der Abstand für jeden Bauabschnitt neu festgelegt werden.

Eine erneute Begutachtung ist unter anderem dann erforderlich, wenn:

  • Ein höherer Gebäudeteil wird erreicht;
  • die maximale Hubhöhe ändert sich;
  • Gerüste werden aufgebaut oder versetzt;
  • Andere oder größere Bauteile werden hochgezogen;
  • die Anordnung oder die Grenzen der Baustelle ändern sich;
  • Innerhalb der Zone werden Bauaufzüge, Container oder Materialregale aufgestellt.

Gegenstände wie Bauaufzüge, Gerüste, Container oder Materiallager können die Fallrichtung eines Objekts verändern. Ein fallendes Objekt kann von diesen abprallen und außerhalb der Standardzone landen. In diesem Fall muss die Baustellensicherheitszone möglicherweise vergrößert oder das betreffende Objekt vorübergehend entfernt werden.

Beim Aufbau eines Gerüsts kann vorübergehend eine größere Sicherheitszone erforderlich sein. Sobald das Gerüst steht, wird die normale Baustellensicherheitszone von außerhalb des Gerüsts aus bestimmt.

Die Zone physisch ausstatten

Die Baustellensicherheitszone muss wirksam vom öffentlichen Raum abgetrennt werden. Eine Linie im Lageplan allein genügt nicht.

Wichtige Maßnahmen sind:

  • eine physische Baustellenumzäunung, die die gesamte Sicherheitszone umschließt;
  • Innerhalb der Zone gibt es keine öffentlichen Fußgänger- oder Verkehrswege;
  • Außerhalb der Nutzungszeiten ist der Zugang gesperrt;
  • freie Fahrwege für Baustellenverkehr und Zulieferer;
  • Anpassung der Zaunanlage, sobald sich die Bauphase oder die Baustellenaufteilung ändert;
  • Gegebenenfalls zusätzliche Maßnahmen gegen herabfallende oder abprallende Gegenstände.

Kann der vorgeschriebene Abstand nicht eingehalten werden, sind gleichwertige Maßnahmen möglich. Beispiele hierfür sind ein temporäres Vordach oder die Sperrung einer Straße während bestimmter Arbeiten. Die zuständige Behörde prüft, ob eine solche individuelle Lösung das gleiche Sicherheitsniveau bietet.

Überwachung des Baustellensicherheitsbereichs

Bauzäune und Absperrungen verhindern nicht automatisch, dass Unbefugte das Gelände betreten. Tore, provisorische Durchgänge, dunkle Ecken und Wege entlang des Zauns sind außerhalb der Arbeitszeiten besonders gefährdet.

Mobile Kameraüberwachung kann zur Überwachung eingesetzt werden:

  • Eingänge und temporäre Durchgänge;
  • Bauzäune entlang öffentlicher Wege;
  • Lagereinrichtungen und Container;
  • Maschinen und Ausrüstungen;
  • Be- und Entladebereiche;
  • Teile des Geländes, die aufgrund einer veränderten Anordnung weniger sichtbar sind.

Videoüberwachung ersetzt weder die Baustellensicherheitszone noch Bauzäune oder andere physische Sicherheitsmaßnahmen. Sie ergänzt diese jedoch durch die Möglichkeit, Personen, die sich der Absperrung nähern oder das Gelände unbefugt betreten, zu erkennen und zu verfolgen.

Mobile Kameraüberwachung, die sich bewegt

HÉ-jij kartiert Zugangspunkte, Lagerflächen und andere Risikostellen rund um die Baustelle. Darauf basierend wird ein Abdeckungsplan für die Positionen und Einstellungen der Kameramasten erstellt.

Die mobilen Systeme können mit KI-Filterung, Objekterkennung, Wärmebildkameras, PTZ-Kameras und Nachtsichtgeräten ausgestattet werden. Relevante Warnmeldungen werden ausgewertet und gemäß dem vereinbarten Protokoll weiterverfolgt. Je nach Standort können die Masten autonom mit Akku oder Notstromversorgung betrieben werden.

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